#MittwochsMotivation

„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“
„Nur wenn du an deinen Traum glaubst, kann er wahr werden“

Und so weiter.

Je länger je mehr nerven mich diese Slogans. Dem bin ich gedanklich nachgegangen. Und stelle fest, dass diese Sätze für mich nicht wirklich prickelnd sind, weil sie ein Defizit suggerieren. Sie sagen mir, mein Leben so wie es  j e t z t  ist – außerhalb der Traumerfüllung – ist nicht das echte Leben, dir fehlt noch was. Zu dieser Denkweise habe ich keine Lust.
Was ich allerdrings der Auseinandersetzung mit dem Thema zu verdanken habe: Ich lebe ja bereits in erfüllten Träumen. Jeden Tag.
Und diese Aufforderungssätze laden mich ein, genau das zu übersehen, darüberhinweg zu gehen. Immer mehr, immer weiter, immer noch etwas optimieren.
Versteht mich nicht falsch, Leben ist immer Entwicklung, wer mich kennt, weiß dass ich nicht stehen bleiben mag, dass es viel zu arbeiten gibt und neue Ziele erreicht werden möchten. Keine Frage.

Bei allem nach vorne denken, möchte ich nicht vergessen oder gar übersehen, was bereits  i s t. Somit haben mir die nervigen Slogans die Augen geöffnet und ich mache mir bewusst, was mir tatsächlich im Alltag oft abhanden kommt, weil es mir selbstverständlich ist:

  • dass ich jeden Tag neben meinem Traummann aufwache,
  • dass ich eine Familie habe,
  • dass ich Zugehörigkeit erlebe,
  • dass ich Gesundheit geniesse,
  • dass ich gefüllte Schränke habe,
  • dass ich mobil bin,
  • dass ich meinen Tag selbstbestimmt gestalten kann,
  • dass ich mein eigener Chef bin,
  • dass ich ein Geschäftskonto habe,
  • dass ich in einem wunderschönen Büro arbeite,
  • dass ich Kunden habe für die ich arbeiten darf,
  • dass gute Ideen in meinem Kopf sind, die auf Umsetzung warten,
  • dass ich wunderbare Netzwerk-Kolleginnen habe,
  • dass die digitale Welt berufliche Möglichkeiten bietet, die grandios sind,
  • dass ich umgeben bin von endlos vielen Möglichkeiten,
  • dass ich . . . punkt.punkt.punkt. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzten.

Alles erfüllte Träume! Es gab Zeiten in meinem Leben, da waren diese Sätze noch im Modus „unerfüllte Träume“. Deswegen heute ein lautes „WoW“ = ich lebe inmitten erfüllter Träume!

Somit an diesem Mittwoch die Einladung, nicht atemlos hinter dem nächsten Traum herzulaufen und dabei völlig zu vergessen, welche Glücksgefühle du einfach abrufen kannst, indem du ein großes lautes „WOW“ aussprichst. Angesichts deiner erfüllten Träume.

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#SamstagsFrauen – Juli 2017

Meine heutige #SamstagsFrau ist:

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Sükriye Döker

 

Sükriye Döker – hier in Schorndorf nennen wir sie alle Schoko (herrlich!). Ich freue mich so, dass sie mir zum Interview zugesagt hat, denn ich finde sie passt perfekt zu dem, was ich mit den #SamstagsFrauen* erreichen möchte.

Schoko ist Geschäftsführerin des Zauberfadens. Der Zauberfaden² ist ein junges, gemeinnütziges Unternehmen (2014). Rasant gewachsen, wurde es schon von der Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet. Mit der Person Sükriye Döker steht und fällt es.

Entstanden ist der Zauberfaden durch die Bekanntschaft zwischen Klaus Österle und Sükriye Döker. Sie hatten sich zufällig im Kino der Manufaktur kennen gelernten. Schnell kam es in ihrer Unterhaltung zur Überlegung, was sie selber dazu beitragen könnten, die Welt etwas besser zu machen.  Daraus entwickelte sich ein interkulturelles Gartenprojekt. Die Transition Initiative. Doch damit nicht genug. Zunächst wurde Sükriyes zweite Tochter geboren. So musste der Beruf als Trainigsmanagerin ruhen. Wie zufällig kam es, dass in dieser Zeit Sina Trinkwalder³ nach Schorndorf kam. Ihr wurde der Barbara Künkelin Preis verliehen. Die Rede Sina Trinkwalders, die von Ihrer Anfangszeit als Gründerin eines Textilunternehmens berichtete, nahm Schoko und Klaus die letzten Zweifel. Die Idee mit einer Nähwerkstatt in Schorndorf ließ sie nun nicht mehr los.  Eine Schneiderei als einfacher Zugang  in den Arbeitsalltag, für Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren, das wollte Schoko ermöglichen. Noch bevor so viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, startete sie. Von da an ging es rasant: Räume wurden gefunden, Nähmaschinen aus eigenen Mitteln und Spendengeldern gekauft. Viele Absagen gab es auf den Versuch, Mittel aus Stiftungen und Förderungen sozialer Projekte zu bekommen. Somit war die Umsetzung der Idee finanziell ein Risiko für die Gründer. Aber Schoko gab nicht auf.  Mit ihrem herrlichen Optimismus, ihrem Durchsetzungs- und ihrem Durchhaltevermögen machte sie das scheinbar unmögliche möglich. Somit gibt es den Zauberfaden heute. Zu lange ist die Geschichte, um alle Einzelheiten zu berichten (vielleicht schreibt Schoko ja mal ein Buch darüber?). Inzwischen ist der Zauberfaden gewachsen. Die beengten Räume der Anfangszeit wurden gegen größere getauscht, Maschinen wurden aufgerüstet und weitere Menschen mit Herz als tatkräftige Helfer gefunden. Der Zauberfaden ist heute ein Vorzeigeprojekt in Schorndorf. Kooperationen mit Firmen, wie der Schorndorfer Firma Riani und der Plüderhausener Firma Kübler, aber auch die Unterstützung anderer kleinerer Unternehmen, trugen dazu bei. „Aber es ist der Zauber der Gemeinschaft von Menschen mit Herz, die den Erfolg brachten.“ Das zu nennen ist Schoko wichtig. „Ohne solche Menschen hätte es nicht geklappt.“ Darauf legt sie Wert. Menschen konnten in sinnvolle Beschäftigung kommen. Es geht ihr darum, dass nachhaltige Integration geschehen kann. Dann kam die Flüchtlingswelle und weitere Menschen strandeten in Schorndorf. Für einige kam der Start des Zauberfadens so perfekt. Aber auch andere Menschen bekommen hier eine Chance. Schoko versteht den Zauberfaden als eine große Familie. Ihr geht es um ganzheitliche Hilfe und Unterstützung. Sprache, Behörden, Ärzte – alle Themen werden abgedeckt. Hilfe bei Schulen, rechtlichen Themen und auch persönlichen Krisen gehören für sie und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter zum Alltag. Begleitet werden Menschen, wo immer sie Hilfe brauchen.

Folgende Geschichte hat mir besonders gut gefallen: Der Mühlenbesitzer Jochen Hahn berichtete Schoko von einer alten Nähmaschine. Die steht in einem der riesigen Speicher der alten Mühle. Schoko geht mit, findet sich zwischen Spinnweben und alten, leeren Getreidesäcken auf dem Dachboden wieder. Vor ihr diese wunderbare, altehrwürdige Nähmaschine. Aber los kommt Schoko von etwas Anderem nicht mehr. Den Getreidesäcken. Die liegen stapelweise auf dem Speicher und sie fragt, ob sie einen Sack mitnehmen dürfe. Von diesem Material völlig begeistert, entsteht die Idee für den heute bereits legendären Zauberfaden-Matchsack!

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Zauberfaden Matchsack – aus original alten Getreidesäcken erstellt

Schoko zu kennen ist für mich ein echtes Privileg! Das erste Mal habe ich sie bei der Eröffnung vom ZIB (= Zentrum für Internationale Begegnung) getroffen. Da hatte der Zauberfaden seinen ersten Verkaufsstand, davor „kannte“ ich sie von Facebook. Sie ist eine Unternehmerin mit wahnsinnig viel Energie. Schade, dass das Wort Powerfrau inzwischen abgegriffen ist, denn das würde ich jetzt gerne verwenden. Sie hat richtig viel Power und Drive, was mir total gefällt. Denn das bedeutet, sie setzt Ideen um. Sie hat sie nicht nur im Kopf, sondern handelt. In verblüffend kurzer Zeit hat sie den Zauberfaden hochgezogen. Das muss ihr erstmal jemand nachmachen! Bei allem geht es ihr um das große Ganze und um die Menschen. Sie möchte ihren Beitrag leisten, die Welt etwas besser zu machen. Sie stellt ihre Fähigkeiten in den Dienst ihrer Vision, ihrer Idee. Sie begeistert viele Menschen mitzumachen und sieht sich eher als Netzwerkerin, weniger als geborene Unternehmerin. Ihr Tag hat viele Stunden („… es gibt Tage, da stehe ich um 4.00 Uhr auf und koche das Mittagessen“). Ohne Kraftquelle und Entspannung geht es aber auch für sie nicht. Dessen ist sie sich bewusst. Vielleicht hat eine schwere Krankheit vor vielen Jahren zu diesem Bewusstsein beigetragen. Heute nimmt sie sich täglich Zeit zur Meditation, um ihre Mitte zu finden. Dankbarkeit hat sie sich auf die Fahne geschrieben. Schoko zeigt, dass das selbst in einem eng getacktetem Businessleben möglich ist. Kurze Momente vor einer Sitzung zum Beispiel nutzt sie um auf Facebook jemand zu danken, der ihr mit den Kindern geholfen hat.

Apropos Facebook. Diese Plattform möchte sie für den Zauberfaden überhaupt nicht missen. Sie erlebt, dass Themen und Anliegen über Facebook schnell kommuniziert werden. Menschen reagieren, Türen aufgehen, „so schnell konnte ich gar nicht schauen“.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ dieses Zitat von Hermann Hesse war Namensgeber für den Zauberfaden. Dieser Anfang soll Menschen, die ohne Schuld „unters Rad“ gekommen sind, ermöglicht werden. Sükriye Döker spricht vom Zauber der Menschen, die sie inzwischen in ihrer Werkstatt erlebt hat und die sie liebevoll „Schneiderlein“ nennt. Ich spüre ihr ab, es sind Begegnungen auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch. Zauberhaft.

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Weiterführende Links:

²  Der Zauberfaden

Facebook Seite Der Zauberfaden  

³ Verleihung Barbara Künkelin Preis 2014 an Sina Trinkwalder 

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*#SamstagsFrauen:

Ich möchte für meine Begeisterung ein Fenster öffnen! Ich lerne so interessante Frauen kennen, die mich begeistern + inspirieren. Weil sie eine abgefahrene Geschäftsidee verwirklichen oder sich für etwas einsetzen was dazu beitragen wird, dass die Welt etwas heller wird. Eines verbindet sich alle: Mut, Überzeugung, innere Stärke, Natürlichkeit. Meine Facebook-Seite möchte ich nützen um einmal im Monat eine dieser Frauen zu „zeigen“. Mit dieser Öffentlichkeit wiederum andere unterstützen, mutig ihren Weg zu gehen und ich möchte einladen zur gelebten Solidarität unter uns Frauen.

 

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Los geht´s:

Neues Jahr, neue Kraft. Gestern habe ich wieder losgelegt. 2017 liegt wie ein unverbrauchtes Land vor mir und ich starte in das 4. (!!) Jahr meiner freiberuflichen Tätigkeit. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht und wahnsinnig, wie anstrengend dieser Start war. Habe ich zum Glück nicht gewusst. Warum ich das schreibe?

Zum einen, weil ich die liebe Kathrin von  ZinkundZauber  noch im Ohr habe, wie sie uns beim letzten Netzwerk-Frühstück betreffs Blog ermutigte …einfach drauf los zu schreiben,  ohne groß auf Perfektion zu achten, weil dafür die Zeit einfach nicht reicht.   (und ich das jetzt auch mal teste, weil es sonst wieder nicht passiert).
Und weil ich gestern einen Jahresbericht 2016 verfasst habe und mir dabei wieder einmal bewusst wurde, wie mich der Zuspruch und die Ermutigung von anderen bis hierher gebracht haben. Eine selbständige Tätigkeit zu starten hat viel mit Architektur zu tun, im Sinne von Gerüst, Bausubstanz, Design usw. das alles muss ich immer im Blick behalten, gegebenenfalls nachjustieren. Neben meiner ganz normalen operativen Tätigkeit. Und ich stelle fest, das kostet Kraft. Viel Kraft. Mal habe ich die, mal vergeht mir der Spaß.  Und auf diesem Weg bin ich so manchen wunderbaren Menschen begegnet, die – so wie ich – ihr eigenes Business aufbauen, in ganz unterschiedlichen Bereichen. Diese Begegnungen tragen eine große Solidarität in sich, ein sich gegenseitiges anspornen, ein „du schaffst das„. Dafür bin ich total dankbar und das ist für mich ein kostbares Geschenk. Das wurde mir gestern bei meiner Zusammenfassung wieder so richtig bewußt. Das verstehen die am besten, denen es auch so geht.

Ich weiß nicht, wo ich ohne diese Cheerleader wäre. Aber ich freue mich, dass immer wieder jemand in mein Leben purzelt und das wird auch in 2017 so sein. Jetzt nehme ich dieses großartige Geschenk mit in das neue Jahr 2017 und bin gespannt auf weitere Monate voller bunter Momente mit tollen Menschen und trage gerne mein Teil dazu bei, dass andere ebenfalls motiviert und angefeuert werden!

We rise by lifting others. ~ Robert Ingersoll